Warum www.deprimere.com ein Frageprojekt und ein Projekt zur Veränderung ist

„Mein Mann ist depressiv“ – oder „Meine Mutter hat Depressionen“ – das sind Aussagen mit großer Wirkung. Es fällt schwer, den Gegenbeweis zu erbringen. Diagnosen sind zwar nützlich, um in Krisensituationen schnell Entscheidungen zu treffen. Langfristig stellt sich jedoch das Nachfragen als guter Türöffner heraus. Mit Fragen kommen wir in die Veränderung.

Depressionen: Ist es wirklich so, wie ich bisher dachte?

Depressionsdiagnose: wie Sie mit gezielten Fragen zu Veränderungen finden

Die Diagnose Depression wirkt auf viele Menschen ähnlich wie die Diagnose einer unheilbaren Krankheit. Solange diese Diagnose wie ein unabwendbares Schicksal definiert ist, wirkt diese Beschreibung so. Andere Beschreibungen wirken anders.

  • Manche denken, dauerhaft niedergeschlagen zu sein wäre ein Schicksal, da könnte man nicht viel machen.
  • Depressionen muss man bekämpfen, stellen viele Therapeuten fest.
  • Man solle Antidepressiva nehmen, empfiehlt die Pharmaindustrie.

Dies sind einige der populären Ansichten zum Thema Lebensphasen der Niedergeschlagenheit.

Ist es mit den Depressionen wirklich so, wie ich bisher dachte?

Wie wirkt es, wenn Sie ab heute Überlastung statt Depression sagen?

Der Krankheitsname kommt aus dem lateinischen deprimere, niederdrücken. Wer sich in einem Zustand von Depression befindet, steht offensichtlich unter Druck. Es könnte sich daher auszahlen, nach allem zu suchen, was wie Druck auf das und im Leben wirkt. Daher auch der Name dieser Seite: deprimere.com – damit soll deutlich werden, dass wir es mit Druck zu tun haben: Druck, der sich nach und nach vermindern lässt.

Kurzüberblick zu Sinn und Zweck dieser Internetseite

Diese Internetseite bietet einen systemischen und hypnosystemischen Blick auf eine Volkskrankheit. Vor allem finden Sie hier viele noch nicht so gestellte Fragen, aus denen sich ein neuer Blick auf Lebensphasen der Niedergeschlagenheit und zusätzliche Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten ergeben können.

Warum Fragen zum Umgang mit der Diagnose?

Wenn alle so weitermachen wie bisher im Umgang mit Menschen, die als depressiv definiert sind, wird sich nicht viel ändern.

Deshalb finden Sie auf dieser Internetseite so gut wie keine Feststellungen und Behauptungen. Wenn wir glauben, etwas zu wissen, hören wir auf, kreativ zu sein.

Werden Sie kreativ im Umgang mit dem, was Depression genannt wird. Stellen Sie Fragen – finden Sie Ihre persönlichen Antworten auf die hier gestellten Fragen.

Warum sind Wahlmöglichkeiten der Schlüssel zur Veränderung?

Wer keine Wahl hat, kann seine Situation als aussichtslos erleben. Ein typisches Muster. Ganz anders verhält es sich, sobald sich der Mensch der Tatsache bewusst wird, dass er die Wahl hat. Auch in einer Depression.

Überrascht Sie das? Fragen Sie sich, wie man als depressiver Mensch die Wahl haben soll?

Auch ein depressiver Mensch hat – meistens – die Wahl, ob er darauf wartet, dass sich seine Stimmung von alleine oder durch Therapie verbessert – oder ob er z. B. Sport treibt und damit ohne Warteliste sofort mit dem eigenen Veränderungsprogramm startet. Lesen Sie hier mehr zum Thema Wirksamkeit von Sport bei Depressionen.

Warum wirkt schon die Diagnose niederschmetternd?

Sehen Sie sich die Sprachanalyse und die Assoziationsanalyse an. Hier auf der Seite „Veränderungsprojekt Deprimere.com“ können Sie Ihre Diagnose oder die eines Freundes / Verwandten genauer ansehen.

Warum wirken Zustandsbeschreibungen statisch und problemstabilisierend?

Tatsachenbehauptungen interpretiert das Gehirn schnell als Wahrheiten. So erklärt sich etwa das Phänomen des Irrtums. Wir gehen vorschnell davon aus, dass etwas so zu sein habe, wie es auf den ersten Blick wirkt oder wie es jemand darstellt. Diese Einschätzung wirkt um so intensiver, je kompetenter oder mächtiger die Person zu sein scheint, die etwas behauptet.

Wahlmöglichkeiten öffnen das Leben

Wer die Wahl hat, hat das Leben. Stellen Sie sich vor, Sie haben die Wahl zwischen diesen beiden Selbstbeschreibungen:

  1. „Ich bin depressiv“ und
  2. „Meine bisherigen Vorstellungen vom Leben wirkten niederschmetternd“

Wie wirkt auf Sie Aussage 1? Welche Möglichkeiten verbinden Sie damit – außer Psychotherapie und Psychopharmaka?

Wie wirkt Aussage 2? Was fühlen Sie, wenn Sie die Wechselwirkungen zwischen Ihren Vorstellungen vom Leben und Ihrem Empfinden überdenken?

Dies ist nur ein Beispiel für die unterschiedliche Auswirkung zweier Beschreibungen für denselben Zustand.

Warum hat Depression für viele so einen Schrecken?

Das Wort Depression ist im allgemeinen Sprach- und Gedankengut mit einer Vielzahl massiv negativ und beängstigend wirkender Begriffe assoziiert (verbunden). Wer „Depression“ sagt oder hört, aktiviert damit bei sich und anderen unwillkürlich Netzwerke im Gehirn: von anderen übernommene, gelernte Tatsachenbehauptungen, die auf den ersten Blick sehr plausibel wirken.

Es lohnt sich, eine Sprachanalyse, eine Assoziationsanalyse durchzuführen. Nachfolgend sehen Sie semantische Analysen aus dem deutschen Textkorpus. Basis für diese Untersuchung ist termlabs.io, ein Tool zur Analyse der Häufigkeiten, Hierarchien und Zusammenhänge von Begriffen in der deutschen Sprache. Dieser Ansatz ist zwar nicht wissenschaftlich, aber er offenbart eine Menge interessanter Zusammenhänge zwischen Sprache und Emotion.

Das Wort Depression ist sprachlich mit schmerzhaften, eher pathologischen Begriffen verbunden:

erkrankung häufig symptome betroffenen wochen möglich ursachen psychotherapeuten störungen leben auftreten diagnose körperliche therapie leiden fall stimmung psychische menschen schwere wichtig behandlung depressive depression arzt

Sätze mit „Depression“ und „Stimmung“ enthalten oft auch folgende Wörter: gedrückt, depressiv, gehoben, gereizt, schlecht, reizbar, überdreht, deprimiert, euphorisch, getrübt, herabgesetzt, niedergeschlagen, düster, ausgeglichen, solch, traurig, Stimmung aufhellen, verbessern, offenbaren, schlagen, nehmen, nutzen, geben

Eine Veränderung kommt beim Wort Traurigkeit:

gefühle jahren verlust menschen körperliche weg situationen trauer leben mögliche depression depressive natürlich niedergeschlagenheit person leiden freunden positive fühlen häufig negative grund symptome ursachen traurigkeit

Sätze mit dem Wort „Traurigkeit“ und „Stimmung“ enthalten oft auch Begriffe wie traurig, gedrückt, gut, trüb, negativ, unterschiedlich, schlechte Stimmung, auswirken, richten, leiden, befinden

Wieder eine Veränderung: diesmal sehen wir das Wort Melancholie näher an

teil, gefühl, melancholie, natur, begriff, art, depression, antike, stimmung, geschichte , traurigkeit, menschen, melancholische, welt, positive, medizin,  buch,  schwermut, leben, kunst, schwarze, zustand

In Sätzen mit „Melancholie“ und „Stimmung“ tauchen Begriffe auf mit traurig, schwermütig, trüb, gedrückt, schlecht, trübselig, wehmütig, depressiv, temporär, subjektiv, schwierig, negativ, ähnlich, pastoral, gute Stimmung erzeugen, aufhellen, nachempfinden, bekämpfen, ausreden, zulassen, schildern, beschreiben, profitieren

Johannes Faupel

Johannes Faupel

Autor: Johannes Faupel
Position: Partner im Zentrum für systemische Supervision Frankfurt

Depressives Muster
Zirkadiane Störungen