Liebe als Verbindung zu sich selbst

Liebe als aktive Verbindung zu sich selbst

Selbstliebe ist der Schlüssel zur seelischen Gesundheit

Depressive Menschen lassen oft kaum ein gutes Haar an sich. Auf den ersten Blick ist das kein Wunder. Wenn sich ein Mensch über nichts freuen kann, wie soll er sich dann über sich selbst freuen, mehr noch: sich lieben?

Schuldphantasien, Verschuldungsangst, Versündigungsideen, Selbstvorwürfe

Fragen Sie einen depressiven Menschen in seinem Morgentief, was er gerade fühlt und wie seine Gedanken aussehen. Wahrscheinlich werden Sie entsetzt und traurig sein über die graue Leere, über die Abgründe aus Selbstvorwürfen und Selbstabwertungen.

Wie kommt es zu solcher Entfremdung von sich selbst?

Im Leben einer niedergeschlagenen Person kommt es zu einer paradoxen Situation. Zwei Fragen scheinen einander im Weg zu stehen:

1. Wie soll ich mich mögen, wenn ich mich über nichts freue?

Diese Frage scheint zu einer plausiblen Antwort zu führen: Kein Wunder, da würde ich mich auch nicht mögen, wenn ich an nichts Freude hätte.

Aber.

Diese Frage lässt sich auch in der anderen Richtung stellen. Auch hier können wir zu einem plausibel wirkenden Ergebnis kommen:

2. Worüber soll ich mich freuen, wenn ich mich nicht leiden kann?

Die Liebe und die Freundlichkeit zur Welt können nur aus einem Menschen sprechen, der mit sich selbst gut umgeht.

Welche Aussage stimmt mehr: „Depression kommt von mangelnder Selbstliebe“ – oder „Selbstablehnung kommt von der Depression“?

  • Wer depressiv ist, liebt sich nicht
  • Wer sich nicht liebt, ist depressiv

Antwort: Beide Aussagen sind gleichermaßen wahr. Zu berücksichtigen ist dabei, dass Liebe nicht als ein Gefühl bloßer Sympathie zu verstehen ist.
Liebe ist ein aktiver Prozess, der sich bei der Selbstliebe um Selbstzuwendung auch und gerade dann zeigt, wenn ich mir in der Not treu bleibe.

Was bleibt fürs Leben, wenn jemand für sich nichts übrig hat?

Menschen, die sich selbst nichts wert sind, erleben einen unheilvollen Prozess der Selbstaufgabe. Diese Selbstaufgabe führt in eine graue, freudlose Leere, aus der es kein Entrinnen gibt. Ein Entrinnen soll es auch nicht geben, sondern ein Bleiben bei sich selbst. Mit Farbe und Freundlichkeit für sich selbst.

Herz Farbe

Ein farbiges Herz als Zeichen der Selbstliebe

Depressionsfrage: Wer oder was macht mich glücklich?

Eine Frage, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in Unzufriedenheit und Trauer führt: Wer oder was macht mich glücklich? Wo ist der Partner, wo der Therapeut, wo die Tablette, die mich glücklich macht?

Nur ein Mensch auf der Welt kann Sie glücklich werden lassen: Sie selbst. Ein Selbstkonzept, das Glück durch Äußerlichkeiten, Dritte oder Ereignisse fordert, führt in die Leere, oft auch in die Verzweiflung. Weder Alkohol noch Dauerunterhaltung oder die permanente Selbstoptimierung.

Habe ich es überhaupt „verdient“, glücklich zu sein?

Viele Menschen erlauben sich nicht, ein erfülltes Leben zu führen. Manche fühlen sich unbewusst schuldig gegenüber anderen, die es schlechter haben oder schlechter hatten als sie.

Häufig anzutreffende Denkmuster:

  • Wenn meine Eltern es schlecht hatten, wie kann ich sie dann beschämen, indem ich ein leichteres Leben führe?
    Oder:
  • Dass ich so depressiv bin, ist dies sicher die gerechte Strafe des Lebens für mein nicht gut gelebtes Leben.

Solche Denkmuster und Selbstkonzepte sind Gift für das Leben.

Wie soll das mit der Selbstliebe gehen, wenn ich mich nicht ausstehen kann?

Liebe, wirkliche menschliche Liebe beginnt in etwa dort, wo das lockere Verliebtsein und Bewundern an die Grenzen kommen: im nervigen, kleinteiligen Alltag, dort, wo die lästigen Pflichten beginnen. Bei den Mitmenschen mag es noch relativ funktionieren, über etwas hinwegzusehen.

Ein Mensch, der keine gute Meinung von sich hat, wird sich nichts, aber rein gar nichts verzeihen.

Es hilft hier nur ein schrittweises und bedingungsloses Zugehen auf sich selbst.

Ruine© Johannes Faupel
Außer sich sein
Stop© Johannes Faupel
Unterschiedsbildung durch Farbwahrnehmung© Johannes Faupel
Zwei Beobachter im Aussichtsturm
Wolken roter Himmel© Johannes Faupel
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Helfersystem Klinik© Johannes Faupel
Depression ist keine harte Nuss© Johannes Faupel
Entscheidung – auf dem Weg bleiben oder nicht© Johannes Faupel
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Antidepressiva
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Dunkle Wolken Himmel Sonne Horizont© Johannes Faupel
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Johannes Faupel

Johannes Faupel

Autor: Johannes Faupel
Position: Partner im Zentrum für systemische Supervision Frankfurt