Morgentief und Abendhoch: was bislang über das Phänomen bei Depressiven bekannt ist

Depressive Menschen berichten davon, dass ihre Symptomatik in den Morgenstunden am schwersten wirkt. Im Verlauf des Tages beschreiben die Patienten häufig eine Aufhellung. In einigen Fällen ist auch von einem Abendhoch die Rede.

Sonnenaufgang bei Depressionen das Morgentief

Sonnenaufgang – für Depressive oft mit den Morgentief verbunden

Was ist ein Morgentief?

Morgentief heißt die für viele Depressive schlimmste Phase des Tages. Sie kann sich von den frühen Morgenstunden bis in den späten Vormittag ziehen. Depressive Menschen sprechen auch vom Morgengrauen. In den Morgenstunden scheint alles zusammenzukommen:

  • Angst vor den nicht erfüllbaren Aufgaben des folgenden Tages (auch wenn tatsächlich keine Aufgaben anstehen, springt das schlechte Gewissen an, die Selbstabwertung beginnt)
  • Zeit zum Grübeln, da alle noch schlafen
  • Erfahrungen aus vergangenen Tagen, als man im Bett geblieben war, um die Härte des Tages zu vermeiden
  • Zirkadiane Rhythmusstörung – so bezeichnen Mediziner das Durcheinander bei der Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin.

Warum ist die Depression morgens am schlimmsten?

Für einen akut oder chronisch niedergeschlagenen Menschen fühlt sich der Morgen so schlimm an, weil gefühlt vom Tag noch so viel übrig ist. Es ist die Wahrnehmung der Zeitstrecke bis zu dem Moment, in dem der Mensch endlich wieder ins Bett darf. Die Decke über den Kopf ziehen. Auch wenn der Schlaf nicht erholsam ist und ein schlechtes Gewissen der ständige Begleiter ist.

Wie fühlt sich ein Morgentief an?

Betroffene beschreiben es so:

  • Alles wirkt viel zu schwer
  • Die vermuteten Lasten des Tages passen nicht in diesen Tag, erdrücken förmlich
  • Es wäre besser, dieser Tag wäre schon vorbeo

Auf der Basis dieser Selbstbeobachtung erscheint ein im Bett verbrachter Tag als die beste Lösung.

Wer von außen auf den seelisch Bettlägerigen sieht, kommt zu einer anderen Einschätzung … und dies Einordnung wirkt aus Sicht des Beobachters plausibel und richtig:

„Wenn sich dieser Mensch nur endlich zu etwas mobilisieren, aufraffen würde, wäre alles gut.“

(Irrtum, denn so „funktioniert“ der Mensch eben nicht)

Aus Sicht des Umfeldes müsste der depressive Mensch endlich die Initiative ergreifen, seine Antriebslosigkeit überwinden.

Ruine© Johannes Faupel
Außer sich sein
Stop© Johannes Faupel
Unterschiedsbildung durch Farbwahrnehmung© Johannes Faupel
Zwei Beobachter im Aussichtsturm
Wolken roter Himmel© Johannes Faupel
Boje Meer Wasser
Mensch als Maschine?
Helfersystem Klinik© Johannes Faupel
Depression ist keine harte Nuss© Johannes Faupel
Entscheidung – auf dem Weg bleiben oder nicht© Johannes Faupel
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Dunkle Wolken Himmel Sonne Horizont© Johannes Faupel
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