Depression loswerden

Depression loswerden

Kampf gegen Depressionen – mögliche Zielkonflikte

Depressionen haben verständlicherweise keine Lobby. Niemand will sie. Betroffene nicht. Angehörige nicht. Das Gesundheitssystem will keine Depressionen. Also ist es verständlich, dass viele gegen Depressionen kämpfen willen. Auf den ersten Blick wirkt all das verständlich. Auf den zweiten Blick wird ein Problem sichtbar.

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Nur auf den ersten Blick logisch: „Depressionen müssen bekämpft werden“

  • Gegen Depressionen muss man vorgehen!
  • Depressionen muss man bekämpfen!
  • Bündnis gegen Depression
  • Kampf gegen Depression gewinnen
  • Haben Sie solche Kampfansagen schon gelesen, gehört oder selbst formuliert?

Der Arzt gleicht eine Schilddrüsenfehlfunktion aus – aber er spricht nicht wie ein Feldherr oder Soldat

Eine Blutuntersuchung beim Arzt kann z. B. eine Fehlfunktion der Schilddrüse zeigen. Wenn einer Depression mit ausgeprägter Angstproblematik eine Fehlfunktion der Schilddrüse zugrunde liegt, so lässt sich diese Fehlfunktion in der Regel medikamentös gut ausgleichen. Hier sprechen wir dann von einer medizinischen Therapie, aber nicht von einem Kampf.

Beim näheren Hinsehen wird im Kampf gegen Depressionen ein Zielkonflikt sichtbar

Gehen wir davon aus, dass die Psychosomatik des Menschen so gut wie nie falsch liegt. Anders formuliert: Die Einheit aus Psyche und Soma (Körper) sorgt für ein intensives Zusammenspiel zwischen Ereignissen im Leben und Abläufen im Körper. Dies sehen wir auch anhand der jüngeren Vergangenheit, in der die Psychoneuroimmunologie (Internetseite Prof. Dr. Christian Schubert) immer mehr Beachtung findet.

Warum ist es nicht so einfach mit dem Kampf gegen Depressionen?

Sehen wir uns an, wer die Depression eigentlich „hat“. Eine Depression wird immer einer Person zugeordnet. Herr Meier ist depressiv, sagen seine Kollegen. Gegen wen kämpft er also, wenn er in Zusammenarbeit mit Therapeuten gegen seine Depression angeht?

Wenn ein Mensch gegen „seine“ Depression zu kämpfen beginnt, muss er damit sich selbst angreifen, abwerten, ohrfeigen, bestrafen usw. Aber genau das läuft in der Depression die ganze Zeit. Deshalb braucht es keinen Kampf gegen die Depression. Nötig ist eine wertschätzende Allianz mit sich selbst.

Depressive werten sich oft ab. Diese Abwertung ist Teil des depressiven Musters

Haben Sie schon einmal eine depressive Person gesehen, die stolz auf ihre Depression ist? Sicher nicht. Diese Frage ist natürlich provokativ gestellt.

Menschen mit Depressionen befinden sich oft in einem heftigen, unauflöslichen Widerstreit und werten sich ab

Depression können wir uns als Summe von Druck aus verschiedenen Richtungen erklären. Deprimiert, niedergedrückt im Sinne von lat. deprimere ist der Mensch, wenn er an keiner Stelle die ersehnte Entlastung sieht:

  • Einerseits ist in der Depression ein unendlich starker Drang spürbar, sich aus allem zurückzuziehen, endlich Ruhe zu haben vor dieser Welt, die Verantwortung abzugeben. Dieses Streben ist eine wertvolle Information. Dem muss nachgegangen werden. Depressive Menschen sind keine Drückeberger. Oft stehen Depressionen mit einem sehr niedrigen Selbstwertgefühl in Verbindung. Auch mit dem Scheitern an unauflöslichen Aufgaben.
  • Andererseits steht ein schlechtes Gewissen im Raum. Man darf doch die Angehörigen und die Gesellschaft nicht so belasten. Es wäre vielleicht besser, ich wäre weit weg in einem anderen Land am Ende der Welt, wo ich mich nicht rechtfertigen muss.
  • Als dritte Partei im Zielkonflikt kommt das Beratungssystem dazu, das sagt: Kampf der Depression! Zwischen allen Fronten befinden sich Menschen, die am liebsten leben würden, aber im Augenblick keinen Weg sehen.

Wird Ihnen nun klar, warum der beabsichtigte Kampf gegen Depressionen zwar eine starke Metapher ist, aber in vielen Fällen das Gegenteil des Erwünschten bewirken kann?

Welches Ergebnis erhalten wir, wenn wir eine Depression als Ausdrucksmittel definieren?

Stellen Sie sich vor, Sie würden Depressionen als Manifestation eines unauflöslichen Konfliktes bezeichnen. Wie würde sich dann Ihr Zugang zur Depression verändern?

  • Würden Sie weiterhin nach Waffen und Bündnispartnern gegen die Depression suchen?
  • Würden Sie eine depressive Person verurteilen, ihr Vorwürfe machen (dies praktizieren Depressive mit sich selbst)?
  • Oder würden Sie alles daran setzen, den Zielkonflikt herauszufinden und in Verbindung mit der somatischen Aktivierung der Person (Sport wirkt hervorragend bei Depressionen) einen friedlichen, wertschätzenden und unaufgeregten Weg anzubieten?
Ruine© Johannes Faupel
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Stop© Johannes Faupel
Unterschiedsbildung durch Farbwahrnehmung© Johannes Faupel
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