Helfersystem Klinik

Helfersystem Klinik

Helfersysteme – über den Nutzen von Profession und die Risiken von Hilfe ohne Auftrag

In der Systemischen Therapie und Beratung sprechen wir von Helfersystemen bzw. Beratersystemen. Solche Systeme können in einer Gesellschaft definiert sein (z. B. ein Gesundheitssystem oder eine Fachklinik) oder sich aus sich selbst, also aus der Situation entstehen (autopoietisch, also selbst-erschaffend).

Warum ist es wichtig, Helfersysteme zu kennen und zu erkennen?

In dem Augenblick, in dem sich eine Ihnen nahestehende Person aus dem aktiven Leben zurückzieht und teilnahmslos wird, kann ohne jede Verabredung ein Helfersystem entstehen. Und Sie sind womöglich mittendrin. Sie können eine angehörige Person oder einen Freund bitten, mit Ihnen über Ihre Situation zu sprechen. Sie können gemeinsam beratschlagen, was nun zu tun wäre. Ab hier sind Sie ein Helfersystem. Sie sollten das im Blick behalten, damit Sie gut für sich sorgen und sich schützen.

Zur Definition und Differenzierung von Helfersystemen bietet sich die folgende Unterteilung an:

Definierte Helfersysteme

Was sind definierte Helfersysteme? Ein definiertes Helfersystem erkennen Sie meistens am Namen:

  • Selbsthilfegruppe
  • Beratungsstelle
  • Klinik, Krankenhaus, Notaufnahme, Rettungsdienst usw.
  • Psychotherapeutische Einrichtung
  • Niedergelassener Arzt, Psychiater
  • Bürgerhilfe
  • Verein mit einem bestimmten Zweck, z. B. Vermittlung von Hilfsangeboten
  • Stiftung

Einfach zusammengefasst: Definierte Helfersysteme sind an einer bestimmten Stelle in der Gesellschaft akzeptiert, erreichbar, sie haben eine Satzung, eine Internetseite, eine Adresse usw. Und sie haben gewisse Befugnisse und Pflichten.

Autopoietische Helfersysteme

Autopoiesis (auch: Autopoiese) ist ein Kompositum aus den altgriechischen Wörtern αὐτός autos = ‚selbst‘ und ποιεῖν (poiein) = schaffen. Autopoiesis heißt exakt übersetzt „Selbsterschaffung“. Kleine Kinder leben Autopoiesis schon auf dem Spielplatz vor. Ohne Anleitung von außen können Kinder Rollenspiele und Gruppen spielerisch entwickeln. Es braucht keine Anleitung, weil die Begegnung an sich, der Bezug zueinander, bereits sinngebend ist.

Die Selbsterschaffung und die Selbsterhaltung von Systemen ist entscheidend bei der Betrachtung dessen, was im Umfeld eines als krank sich präsentierenden Menschen entstehen kann.

Was ist ein Beispiel für ein autopoietisches Helfersystem?

Nehmen wir an, es kommt zu einem Auffahrunfall. Nur ein Blechschaden – aber zwei Autos blockieren eine vielbefahrene Straße. Außerdem läuft Benzin aus. Weit und breit keine Polizei oder Feuerwehr. Im Idealfall sichern Passanten und andere Verkehrsteilnehmer die Unfallstelle, bringen die Insassen der Autos wegen der Brandgefahr auf Abstand. Andere warnen herbeikommende Fußgänger, in der Nähe des Bagatellunfalls zu rauchen.

Alle diese Menschen sind aus sich heraus, initiativ, zu einem Helfersystem geworden. Niemand hat den Mitgliedern eine Aufgabe zugewiesen. Die eine Person hat andere Autofahrer gewarnt, zwei andere haben die Insassen aus den Autos geholt, wieder andere haben das Technische Hilfswerk verständigt. Im Zusammenspiel ist ein Helfersystem entstanden.

Ruine© Johannes Faupel
Außer sich sein
Stop© Johannes Faupel
Unterschiedsbildung durch Farbwahrnehmung© Johannes Faupel
Zwei Beobachter im Aussichtsturm
Wolken roter Himmel© Johannes Faupel
Boje Meer Wasser
Mensch als Maschine?
Helfersystem Klinik© Johannes Faupel
Depression ist keine harte Nuss© Johannes Faupel
Entscheidung – auf dem Weg bleiben oder nicht© Johannes Faupel
Herz Farbe
Depressives Muster
Zirkadiane Störungen
Sonnenaufgang bei Depressionen das Morgentief
Depression loswerden
Sport wirkt wie Antidepressiva
Antidepressiva
Sich selbst wie den letzten Dreck behandeln
Dunkle Wolken Himmel Sonne Horizont© Johannes Faupel
Unterschiede Depression Burnout-Syndrom
Kind lacht
Depression ist Überlast